Kletterpartien mit bis zu 100 000 Volt Wirtschaft Firma SAM baut Leitern für den Hoch- und Tiefbau

Wie ihre Artgenossen führen diese Leitern sprossenweise abwärts in dunkle Schächte oder aufwärts zum Beispiel in den Türmen von Windkraftanlagen. Mit ihren Spezial-Kunststoffleitern will die Firma „SAM Steps & More“ in Marktlücken stoßen.
Gestern stellte Geschäftsführer Michael Vender (53) sein Unternehmenskonzept und die Produktionshalle in der Hafenstraße 5 vor.
Das Unternehmen möchte zwar nicht das Rad oder die Leiter neu erfinden, aber doch „veraltete Technik ersetzen und neue Märkte erschließen.“ In der früheren Lehrwerkstatt der Gleisbaumechanik werden künftig Holme und Sprossen aus reinem Kunststoff bearbeitet und montiert mit einer Art Fischer-Technik-Dübel. Die Leitern sind säurebeständig und so isoliert, dass sie bis zu 100 000 Volt standhalten. Die Mischung aus Polyethylen und PVC wurde von Venders Partner Günter Überall entwickelt. Er wird die Produktion während der ersten Monate leiten, ehe Eckhardt Hamann (bisher Firma Wirthwein) die Aufgabe übernimmt.
Die SAM-Leitern sollen sehr stabil, dabei aber nicht schwer zu sein. Mit Baumarktleitern seien sie nicht zu vergleichen, sondern vor allem für industrielle Anwendungen gedacht. Als mögliche Kunden nennt Vender Verkehrsbetriebe, Kraftwerke Wasserwerke und die Chemie-Industrie.
Die Leiterproduktion soll in unbestimmter Zukunft ergänzt werden, geplant sind Trägersysteme für Solaranlagen. SAM startet mit „vier kreativen und produktiven Köpfen“, wie es gestern hieß. Das Unternehmen hat bisher laut Vender gut eine Million Euro investiert, um die Halle herzurichten und Maschinen anzuschaffen.
Michael Vender kehrt nach Kirchmöser zurück. Gemeinsam mit Uwe Maiberg hatte er 1990 die Firma Complus aufgebaut. Maiberg, mit dem er befreundet ist, hatte ihn für den Standort erwärmt.
Artikel aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung (07.12.2007), von Jürgen Lauterbach