Eine Ehrenrunde für Fische

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 Auf dem Wartungssteg für die Kühlwasser- Ansauganlage erläutert Kraftwerkschef Czelinski Geschäftsführer Jost, OB Tiemann, IHK- Präsident Dr. Victor Stimming und Bürgermeister Steffen Scheller die Funktionsweise des neuen Bauwerkes. Foto: pet
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Vollautomatisches Wasser-Entnahme-
Bauwerk in Kirchmöser
Kirchmöser (pet). Nach 14-monatiger Bauzeit wurde am Mittwoch ein neu gebautes vollautomatisches Wasserentnahme- Bauwerk am Plauer See in Betrieb genommen. Mit dem 3 Mio. Euro teuren Bau wird über eine 20 Meter lange und drei Meter breite Betonrinne Havelwasser für das Kirchmöseraner Bahnstromkraftwerk angesaugt. Dies sei die Basis für einen ungestörten Kraftwerksbetrieb, sagt der Geschäftsführer E.ON-Kraftwerke GmbH, Dirk Jost. Der Bau, der sich durch seine schilfgrüne Fassade in die Seelandschaft einpasst, verzögerte sich mehrere Monate durch Schwierigkeiten beim Torf-Untergrund - statt der geplanten Pfähle musste der Untergrund komplett betoniert werden. Zudem machte den Planern die drei Meter dicke Schlammschicht zu schaffen. „Am Ende haben wir eine zwar etwas teurere aber funktionierende Lösung gefunden“, berichtet Kraftwerksleiter Hans-Ulrich Czelinski. Drei Pumpen saugen aus zwei Metern Tiefe bis zu 200 Kubikmeter Kühlwasser in der Stunde an. Durch eine Siebablage werden laut Czelinski angesaugte Fischeier und kleine Fische wieder unbeschadet in den See zurückgeleitet - die Tiere drehen quasi nur eine Ehrenrunde.
Zudem wird verhindert, dass Schlamm in den Kühlkreislauf gerät. Das Bahnkraftwerk in Kirchmöser beschäftigt zurzeit 36 Mitarbeiter und zehn Azubis. Das Gas- und Dampfkraftwerk hat laut Jost eine elektrische Leistung von 160 Megawatt und deckt mit der Jahresproduktion von 600.000 Megawattstunden den Strombedarf der Deutschen
Bahn AG auf den Strecken Hannover-Berlin sowie Berlin-Brandenburg-Magdeburg.
Das neue Bauwerk stabilisiere nach Meinung von Oberbürgermeister Dietlind Tiemann
den Industrie-Standort Kirchmöser. Bislang musste E.ON Kühlwasser vom benachbarten Holzkraftwerk zukaufen. Wenn in mehr als 20 Jahren ein neues Kraftwerk gebaut wird, sei der Standort nochmal zu überdenken, meint Tiemann. Schließlich sei das Kraftwerk im Moment von idyllischer Natur umgeben. Tiemann lobte auch das soziale Engagement der Heizkraftwerker. Sie unterstützen u.a. die Berufsorientierte Oberschule und das Kirchmöseraner Frühlingsfest. Kraftwerks-Geschäftsführer Dirk Jost lobte die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Projektentwicklung Kirchmöser.Es habe sich hier eine vertrauensvolle Partnerschaft entwickelt.
Der Preußenspiegel vom 27.10.2007