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Kirchmöser (wok). Sie sind insgesamt vier Wochen in Kirchmöser zu Gast, um Erfahrungen in der praktischen Arbeit zu sammeln. Und sie nutzen ausgiebig die Gelegenheit, die Menschen kennen zu lernen, sich mit der Stadt, der näheren und weiteren Umgebung bekannt zu machen. Sie, das sind zwölf Schüler und ihr Lehrer aus Terni, einer Stadt im mittelitalienischen Umbrien, etwa 100 Kilometer von Rom entfernt.Auf der Grundlage des EU-Projektes "Leonardo" bestehen seit zehn Jahren partnerschaftliche Beziehungen zwischen der SPEMA und der italienischen Ausbildungsstätte. "Wir waren schon zehn Mal in Terni", berichtet SPEMA-Geschäftsführer Hanjo Sawitzki. "Auch dieses Jahr waren wieder 20 Jungs von uns dort. Italienische Schüler sind allerdings erst zum dritten Mal in Kirchmöser zu Gast."


"Es gefällt uns hier sehr gut, auch wenn es in Kirchmöser sehr ruhig ist", sagte Lehrer Averardo Taddei, der das erste Mal Brandenburg an der Havel besucht. "Es ist interessant zu sehen, wie die Menschen hier leben und arbeiten. Nicht nur die Jungs lernen hier sehr viel, auch ich. Solch eine Ausbildungsstätte gibt es bei uns nicht. Was mir besonders auffällt, sind die Disziplin, Pünktlichkeit, Ordnung und Exaktheit in der Arbeit. Es fiel uns in der ersten Woche schon schwer, früh um sechs Uhr aufzustehen. Es ist schade, dass ich nicht die deutsche Sprache beherrsche, aber ich werde versuchen, sie zumindest etwas zu erlernen."


Daniele Gaodenzi, der später einmal studieren möchte, blickt auf das bisher Erreichte zurück: "Ich habe hier schon Schweißen, Drehen und Fräsen gelernt. Bei uns zu Hause gibt es nur die theoretische Ausbildung. Ich finde es toll, wie hilfsbereit die deutschen Jungs sind. Wir verstehen uns auch ohne Worte." Und Matteo Balenga, der später vielleicht einmal im heimischen Thyssen-Krupp-Werk arbeiten möchte ergänzt: "Die Erfahrungen, die wir hier machen, sind für den weiteren Lebensweg sehr wichtig. Ich bin zum ersten Mal weit weg von zu Hause und kann sagen, dass es mir hier sehr gut gefällt. Toll war das Fußball-Freundschaftsspiel gegen die Mannschaft aus Wusterwitz, das wir allerdings verloren haben. Und wir haben auch an den Wochenenden sowie nach Feierabend Kontakte zu den deutschen Lehrlingen." Matteo Bianciofiori war anfangs sehr überrascht. "Ja, ich hatte so die Vorstellung, dass die Deutschen nicht so sehr freundlich sind. Das Gegenteil ist der Fall. Alle geben sich uns gegenüber sehr zuvorkommend und unglaublich hilfsbereit in der Arbeit."


Das Fazit der Italiener: "Das in Kirchmöser Gelernte wird bei der beruflichen Entwicklung auf jeden Fall von großem Vorteil sein. Es ist schon wichtig, wenn im Lebenslauf steht, dass wir hier in Kirchmöser in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb praktische Erfahrungen gesammelt haben."




Brawo, 04.07.2007

 

 
Verständnis auch ohne Worte | 06.02.12 | Druckversion
 

     
 
 
 

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