Bahnstandort wird zum Jobmotor

René Peters - PreußenSpiegel vom 22.04.2007
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 Das ehemalige Panzerwerk und heutige Industriegebiet Süd wird bis 2010 zum modernen Industriegebiet ausgebaut
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Die Halbinsel entwickle sich zunehmend zu einem internationalen bahnaffinen Wirtschaftsstandort, freut sich Regionalmanager Dirk Zielke. Nach dem das Weichenbau- Unternehmen BWG GmbH & Co. KG, das in Kürze ein Werk in China bauen und Schwellenhersteller RAIL.ONE GmbH Pfleiderer track systems, die ebenso Geschäftsbeziehungen nach China aufbauen konnten, hat jetzt auch die Wirthwein Brandenburg GmbH & Co. KG einen internationalen Großauftrag akquiriert: das Unternehmen wird laut eigenen Angaben ab Sommer 2007 Kunststoffteile für Schienenbefestigungen an Hochgeschwindigkeitsstrecken der Eisenbahn in China fertigen. Nach den bisher rückläufigen Zahlen in den vergangenen Jahren erwartet Wirthwein durch die Intensivierung der Geschäftsbeziehungen mit den Kunden aus der Bahnindustrie sowie dem erhöhten Ersatz- und Neubedarf der Deutschen Bahn AG im Zuge der allgemein auflebenden Konjunktur zukünftig wieder steigende Zuwachsraten. Die Revitalisierung des Bahnstandortes Kirchmöser wirke sich auch positiv auf Wirthwein aus. “Neben Neuansiedlungen werden jetzt verstärkt auch Erweiterungen und das Wachstum von bestehenden Firmen von uns unterstützt“, sagt Regionalmanager Dirk Zielke. So konnte beispielsweise das Holzheizkraftwerk vergangenes Jahr modernisiert werden. Fünf Investoren werden dabei unterstützt, Umweltschutz-Genehmigungs-Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erfolgreich zu durchlaufen, um Betriebsgenehmigungen für Anlagen zu erhalten. Das
Industriegebiet Kirchmöser-Nord ist inzwischen nahezu vermarktet.
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 Das Industriegebiet Kirchmöser Nord ist nahezu ausgelastet. Restflächen stehen gerade zur Vermarktung.
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Für das ehemalige Hulvershorn-Grundstück gibt es einen Interessenten im Bereich regenerative Energieverarbeitung. Für das frühere Lager am Bahntechnikerring interessiert sich ein Investor, der dort eine Biogasanlage betreiben will. Die Grundsteinlegung für den Neubau einer Gießerei am Standort Kirchmöser (GI Süd), wird noch in diesem Jahr erhofft, sagt der städtische Projektmanager für Kirchmöser und Geschäftsführer der PEK GmbH, Hans-Joachim Freund. Die Gießerei hat ein 3 ha großes Grundstück neben der Emminger-Halle gekauft und eine weitere Kaufoption auf sechs Hektar. Im Bereich des Gleisdreiecks hat sich ein Interessent ein Grundstück bis Jahresende reserviert. Für den Nettomarkt mit Sparkassenfiliale neben der PEK soll in Kürze Bauantrag gestellt werden, so dass der Markt noch bis Jahresende eröffnet werden könnte. Ein weiterer Investor will künftig auf einer 5.000 qm großen Fläche im Norden des Industriegebietes Süd Industriesprays herstellen. Die Havelländische Eisenbahngesellschaft aus Berlin-Spandau, die bereits von September bis Dezember 2006 täglich einen Zug mit Altlasten vom Standort
abtransportiert hat, plant die Errichtung einer Niederlassung in Kirchmöser. Bis
2009 wird das komplette Süd-Gelände neu erschlossen und von Altlasten befreit sein. Für das Areal westlich der Straße am Gleisdreieck (hinter den Torhäuschen) wurde laut Freund eine 10 Mio. Euro teure Maßnahme bewilligt, bei der Munition und Abfall beräumt werden soll - Gerüchten zufolge soll sogar ein Panzer und Laster dort von den Sowjets verbuddelt worden sein.
Die Stadt investiert 25 Mio. Euro, die sie vom Bundeseisenbahnvermögen für die Übernahme von 400 ha in Kirchmöser bekommen hat, in die Revitalisierung beider Kirchmöseraner Industriegebiete und schiebt damit Freund zufolge Gesamtinvestitionen in Höhe von 93 Mio. Euro an.
Einige Sorgenkinder bleiben: so wird der Verkauf denkmalgeschützter Gebäude wie der des Seegarten-Kulturhauses, benachbarten ehemaligen Klinikgebäudes sowie des früheren Feuerwerks-Laboratoriums schwierig. Auch eine Nutzung des gigantischen Ascheberges im Industriegebiet Nord steht derzeit nicht in Aussicht: eine Beräumung würde nach Freunds Schätzungen 1,5 Mio. Euro kosten. Mit speziellen Gründungen wären aber auch Gebäude auf verfestigten Bereichen des Ascheluchs vorstellbar. Noch unbebaute Grundstücke gibt es für Industrie- und Gewerbeansiedlungen auch auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Uferstraße.